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Schweregrad: Mittel

Vaillant Therme Fehler F.22 – Ursache & Lösung

Die Therme erkennt zu wenig Wasser bzw. Druck im Heizkreis und schaltet zum Schutz des Wärmetauschers ab.

Sicherheit geht vor · Fachbetrieb hinzuziehen

Die Therme ist ein Gasgerät: Bei Gasgeruch keine Schalter betätigen, lüften, Haus verlassen und von draußen den Gasnotruf Ihres Netzbetreibers oder 112 anrufen; bei CO-Alarm sofort ins Freie und 112 wählen. Tritt Wasser aus der Therme aus, halten Sie Abstand zu Stecker und Elektrik und schalten Sie das Gerät nur über den Netzschalter oder die Sicherung aus.

  • Gasgerät: keine Reparatur in Eigenregie. Bei Gasgeruch: Gebäude verlassen, keine Schalter betätigen und von draußen den Gasnotruf Ihres Netzbetreibers anrufen.
  • Kohlenmonoxid ist geruchlos. Ein CO-Melder in der Nähe der Therme ist sinnvoll; bei Alarm alle ins Freie bringen und 112 wählen.
  • Wasser und Strom: zuerst Netzstecker ziehen, Handtücher bereitlegen und nie im Wasser stehen, solange das Gerät angeschlossen ist.

Auf einen Blick

Schweregrad: 3/5 – Mittel3/5

Schweregrad: Mittel

Bedeutung
Trockenbrand – zu wenig Wasser im Gerät
Typische Reparaturkosten
0–650 €
Selbst machen
Schwer

F.22 steht bei Vaillant für „Trockenbrand“: Die Therme hat festgestellt, dass im Wärmetauscher zu wenig Wasser ist – meist, weil der Anlagendruck stark abgesunken ist. Würde der Brenner weiterlaufen, könnte der Wärmetauscher überhitzen, deshalb sperrt das Gerät. Häufig genügt es, Heizungswasser bis zum vorgesehenen Druck nachzufüllen, sofern Ihre Anleitung und Ihr Installateur das vorsehen. Fällt der Druck danach immer wieder ab, stecken ein Leck, ein Ausdehnungsgefäß ohne Vordruck oder ein abblasendes Sicherheitsventil dahinter; seltener liefern Pumpe oder Drucksensor falsche Werte.

So erscheint der Fehler im Display

Display eines Vaillant Heizung / Gastherme mit Fehler F.22

Modellreihen & Anzeigevarianten

ModellreiheAnzeigeHinweis
ecoTEC plus / ecoTEC pro mit digitaler DruckanzeigeF.22Der Druck wird im Display angezeigt; oft blinkt vorher bereits ein Druckwarnhinweis, bevor das Gerät mit F.22 sperrt.
Geräte mit analogem ManometerF.22Den Druck lesen Sie am Zeigermanometer unter oder neben der Therme ab.
Raumregler und AppF.22Regler und App zeigen die Störung an, nachfüllen und entstören erfolgt aber immer direkt an der Anlage.

Symptome

  • Display zeigt F.22, oft zusammen mit einem sehr niedrigen Druckwert
  • Manometer bzw. Druckanzeige deutlich unter 1 bar
  • Kurz vorher wurden Heizkörper entlüftet
  • Wasserflecken oder Tropfen unter der Therme oder am Ablauftrichter des Sicherheitsventils
  • Der Druck musste in den vergangenen Wochen schon mehrfach nachgefüllt werden

Mögliche Ursachen

Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).

  1. Anlagendruck zu niedrig, weil nach dem Entlüften der Heizkörper kein Wasser nachgefüllt wurde 22%
  2. Schleichendes Leck an Heizkörperventil, Verschraubung, Leitung oder im Gerät 20%
  3. Ausdehnungsgefäß ohne ausreichenden Vordruck – der Druck schwankt stark und das Sicherheitsventil bläst ab 20%
  4. Wasserdrucksensor defekt oder Kabel/Stecker lose 14%
  5. Pumpe blockiert oder defekt, sodass kein Wasser durch den Wärmetauscher strömt 14%
  6. Luft im Gerät nach dem Befüllen oder nach Arbeiten an der Anlage 10%

Lösung Schritt für Schritt

Diagnoseablauf: F.221Druck ablesen2Nach sichtbarem Wasser suchen3Heizungswasser nachfüllen – nur wennvorgesehen4Einmal entstören5Druck einige Tage beobachten6Fachbetrieb bei wiederkehrendemDruckverlust
  1. Druck ablesen

    Lesen Sie den Anlagendruck bei möglichst kalter Heizung ab – je nach Modell im Display oder am Manometer unter dem Gerät. Vaillant nennt für typische Einfamilienhaus-Anlagen einen Fülldruck etwa zwischen 1 und 2 bar; der genaue Sollwert steht in Ihrer Anleitung oder wurde vom Installateur festgelegt.

    Werkzeug: Taschenlampe

  2. Nach sichtbarem Wasser suchen

    Schauen Sie unter die Therme, an die Heizkörperventile und an den Ablauftrichter des Sicherheitsventils. Tropft oder läuft dort Wasser, nicht nachfüllen, sondern direkt den Fachbetrieb rufen und die Stelle mit einem Tuch sichern.

    Werkzeug: Taschenlampe, Handtücher & flache Schale

  3. Heizungswasser nachfüllen – nur wenn vorgesehen

    Viele Anleitungen erlauben das Nachfüllen durch den Betreiber, wenn der Installateur es gezeigt hat und eine passende Fülleinrichtung mit Systemtrenner vorhanden ist. Langsam bis etwa 1,5 bar (bzw. Ihrem Sollwert) auffüllen und alle Hähne wieder schließen. Fehlt die Einrichtung oder sind Sie unsicher, übernimmt das der Fachbetrieb.

    Werkzeug: Handtücher & flache Schale

  4. Einmal entstören

    Liegt der Druck wieder im Sollbereich, drücken Sie einmal die Entstörtaste. Die Therme prüft dann Pumpe und Druck erneut und startet den Brenner.

  5. Druck einige Tage beobachten

    Notieren Sie den Druck täglich bei kalter Anlage. Bleibt er stabil, war wahrscheinlich nur Wasser nach dem Entlüften abgegangen. Sinkt er erneut spürbar, liegt ein Leck oder ein Problem mit dem Ausdehnungsgefäß vor.

  6. Fachbetrieb bei wiederkehrendem Druckverlust

    Muss öfter nachgefüllt werden oder kommt F.22 trotz korrektem Druck, prüft der Heizungsbauer Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil, Pumpe und Drucksensor. Häufiges Nachfüllen bringt zudem frischen Sauerstoff und Kalk in die Anlage und schadet auf Dauer dem Wärmetauscher.

Fehler F.22 zurücksetzen

  1. Anlagendruck prüfen und ggf. wie in der Anleitung beschrieben auf den Sollwert bringen.
  2. Die Entstörtaste einmal drücken bzw. die Reset-Funktion im Display bestätigen.
  3. Nach dem Neustart kontrollieren, ob der Druck stabil bleibt und die Therme normal heizt.
  4. Erscheint F.22 trotz ausreichendem Druck erneut, den Fachbetrieb rufen.

Wo die Bauteile sitzen

Gastherme: Manometer, Zündung und Abgasleitung – F.22123456789
Gastherme: Manometer, Zündung und Abgasleitung
  1. 1Abgasleitung
  2. 2Gebläse
  3. 3Wärmetauscher
  4. 4Zündelektrode
  5. 5Gasarmatur
  6. 6Umwälzpumpe
  7. 7Ausdehnungsgefäß
  8. 8Manometer
  9. 9Temperaturfühler

Reparatur & Kosten

ReparaturSelbst?Geschätzte Kosten
Heizungswasser nachfüllen (selbst, wenn vorgesehen) Ja 0–15 €
Ausdehnungsgefäß-Vordruck prüfen und korrigieren Nein 90–180 €
Ausdehnungsgefäß ersetzen Nein 250–500 €
Sicherheitsventil oder Wasserdrucksensor tauschen Nein 120–280 €
Heizungspumpe ersetzen Nein 350–650 €

Grobe Schätzung für Deutschland; Anfahrtspauschalen schwanken regional. Kein Angebot.

Wann der Kundendienst nötig ist

Rufen Sie den Fachbetrieb, wenn Sie mehr als etwa einmal pro Heizperiode nachfüllen müssen, sichtbar Wasser austritt oder F.22 trotz korrektem Druck erscheint. Auch wenn Ihnen das Nachfüllen nie gezeigt wurde oder keine Fülleinrichtung mit Systemtrenner vorhanden ist, übernimmt das besser der Heizungsbauer. Arbeiten am Gerät selbst sind Fachhandwerkersache.

Häufige Fragen

Darf ich bei F.22 selbst Wasser nachfüllen?

Wenn Ihre Bedienungsanleitung es vorsieht und der Installateur es Ihnen gezeigt hat, ja – über die vorgesehene Fülleinrichtung, langsam und nur bis zum Sollwert. In Deutschland muss zwischen Trinkwasser und Heizungswasser ein Systemtrenner sitzen; ein einfacher Schlauch ohne Absicherung reicht nicht.

Warum fällt der Druck nach dem Entlüften?

Beim Entlüften entweicht neben Luft auch etwas Wasser, und die Luftblasen im System fehlen danach als Volumen. Der Druck sinkt dadurch oft um einige Zehntel bar, was bei einer knapp befüllten Anlage für F.22 reicht.

Der Druck steigt beim Heizen stark an und fällt dann wieder – warum?

Das spricht für ein Ausdehnungsgefäß ohne ausreichenden Vordruck. Das Heizungswasser dehnt sich aus, das Sicherheitsventil lässt Wasser ab, und nach dem Abkühlen ist zu wenig Druck übrig. Das muss der Fachbetrieb prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen F.22 und F.75?

F.22 meldet zu wenig Wasser im Gerät bzw. Trockenbrand-Gefahr. F.75 heißt, dass beim Pumpenstart kein Druckanstieg gemessen wurde – dort sind Luft in der Pumpe und der Drucksensor häufiger die Ursache.

Quellen