ATAG Therme Fehler c117 – Ursache & Lösung
Über 3 bar oder zu viel Pumpendruck: Die ATAG ist nicht betriebsbereit, bis der Druck wieder sinkt.
Sicherheit geht vor · Fachbetrieb hinzuziehen
Wasser nur an einem Heizkörper oder dem Entleerungshahn der Anlage ablassen, nie am Gerät selbst; das Wasser kann heiß sein. Bei Gasgeruch keine Schalter, Fenster auf, Haus verlassen und von draußen Gasnotruf oder 112 anrufen. CO-Warnmelder schlägt an: ins Freie, 112.
- Gasgerät: keine Reparatur in Eigenregie. Bei Gasgeruch: Gebäude verlassen, keine Schalter betätigen und von draußen den Gasnotruf Ihres Netzbetreibers anrufen.
- Kohlenmonoxid ist geruchlos. Ein CO-Melder in der Nähe der Therme ist sinnvoll; bei Alarm alle ins Freie bringen und 112 wählen.
- Wasser und Strom: zuerst Netzstecker ziehen, Handtücher bereitlegen und nie im Wasser stehen, solange das Gerät angeschlossen ist.
Auf einen Blick
Schweregrad: Niedrig
- Bedeutung
- Anlagendruck zu hoch oder Pumpendruck zu groß
- Typische Reparaturkosten
- 0–650 €
- Selbst machen
- Mittel
Code 117, im Netz oft als c117 gesucht, meldet bei ATAG-Brennwertthermen, dass der Anlagendruck über 3 bar liegt oder die Druckerhöhung durch die Pumpe zu groß ist. ATAG schreibt dazu: Das Gerät ist nicht betriebsbereit, das Sicherheitsventil bläst ab, und der Druck sollte durch Wasserablassen gesenkt werden. Die Meldung erscheint mit einem Schlüsselsymbol und verschwindet von selbst, sobald der Druck wieder im Normalbereich liegt – die Reset-Taste bewirkt vorher nichts. Häufig wurde beim Nachfüllen zu viel Wasser eingefüllt; steigt der Druck aber immer wieder an, sind Ausdehnungsgefäß, Füllventil oder bei Kombigeräten der Plattenwärmetauscher verdächtig.
So erscheint der Fehler im Display
Modellreihen & Anzeigevarianten
| Modellreihe | Anzeige | Hinweis |
|---|---|---|
| ATAG i-Serie (z. B. i28C, i36C) | 117 | Zahl mit Schlüsselsymbol; Druckabfrage unter A6 über die ECO-Taste. |
| ATAG A-Serie | c1 17 | Code auf zwei Anzeigefelder verteilt, daher oft als c117 gesucht. |
| Neuere Q-Serie | – | Eigene Druckmeldungen; maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts. |
Symptome
- Anzeige 117 mit Schlüsselsymbol
- Druckabfrage unter A6 oder Manometer über 3 bar
- Sicherheitsventil tropft oder lässt Wasser in den Ablauf
- Heizbetrieb und Warmwasser gestoppt
- Druck steigt nach dem Ablassen erneut
Mögliche Ursachen
Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).
- Beim Nachfüllen zu viel Wasser eingefüllt
- Füllventil schließt nicht dicht oder Füllschlauch noch angeschlossen und offen
- Ausdehnungsgefäß ohne ausreichenden Vordruck
- Kombitherme: Leck im Plattenwärmetauscher, Trinkwasser drückt in den Heizkreis
- Zu große Pumpendruckerhöhung, etwa bei weitgehend geschlossenen Heizkörperventilen
- Drucksensor zeigt einen zu hohen Wert
Lösung Schritt für Schritt
Druck abfragen
ECO-Taste etwa 6 Sekunden drücken, dann mehrmals, bis A6 erscheint – dort steht der aktuelle Anlagendruck. Liegt er über 3 bar, ist 117 berechtigt.
Füllventil schließen
Prüfen Sie, ob das Füllventil bzw. der KFE-Hahn vollständig geschlossen ist, und nehmen Sie einen noch angeschlossenen Füllschlauch ab.
Wasser ablassen
Mit Auffanggefäß und Tuch am Entlüftungsventil eines Heizkörpers vorsichtig Wasser ablassen, bis etwa 1,5 bis 2 bar erreicht sind. So beschreibt es auch die ATAG-Anleitung.
Werkzeug: Handtücher & flache Schale
Heizkörperventile öffnen
Drehen Sie mehrere Thermostatventile auf. Sind fast alle Ventile zu, kann die Pumpe eine zu hohe Druckerhöhung erzeugen.
Meldung abwarten
117 erlischt selbstständig, sobald der Druck stimmt; drücken Sie vorher nicht wiederholt die Reset-Taste.
Druckverlauf dokumentieren
Notieren Sie den Druck kalt und warm über einige Tage. Steigt er ohne Nachfüllen wieder an, rufen Sie den Fachbetrieb.
Fehler c117 zurücksetzen
- 117 hebt sich selbst auf; solange der Druck zu hoch ist, bleibt die Reset-Taste wirkungslos.
- Druck durch Ablassen am Heizkörper auf etwa 1,5 bis 2 bar senken.
- Die Therme startet danach selbst; nur bei einem anderen blinkenden Code einmal Reset drücken.
Wo die Bauteile sitzen
- 1Abgasleitung
- 2Gebläse
- 3Wärmetauscher
- 4Zündelektrode
- 5Gasarmatur
- 6Umwälzpumpe
- 7Ausdehnungsgefäß
- 8Manometer
- 9Temperaturfühler
Reparatur & Kosten
| Reparatur | Selbst? | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|
| Druck selbst absenken | Ja | 0 € |
| Vordruck des Ausdehnungsgefäßes einstellen | Nein | 90–180 € |
| Ausdehnungsgefäß erneuern | Nein | 250–480 € |
| Füll- oder Sicherheitsventil tauschen | Nein | 100–220 € |
| Plattenwärmetauscher tauschen | Nein | 300–650 € |
Grobe Schätzung für Deutschland; Anfahrtspauschalen schwanken regional. Kein Angebot.
Wann der Kundendienst nötig ist
Steigt der Druck nach dem Ablassen ohne Nachfüllen erneut über 3 bar oder spricht das Sicherheitsventil wiederholt an, muss ein Heizungsfachbetrieb Ausdehnungsgefäß, Füllventil und bei Kombigeräten den Plattenwärmetauscher prüfen. Ein dauernd abblasendes Sicherheitsventil sollte nach der Reparatur ebenfalls kontrolliert werden.
Häufige Fragen
Warum passiert nach dem Reset nichts?
117 ist eine Meldung, die sich erst mit dem richtigen Druck selbst aufhebt. Die Reset-Taste ist für verriegelnde Störungen gedacht.
Wie viel Druck ist richtig?
Bei kalter Anlage im Einfamilienhaus meist etwa 1,5 bis 2 bar. Unter 1 bar meldet die ATAG 118, über 3 bar 117.
Woran erkenne ich einen defekten Plattenwärmetauscher?
Typisch ist, dass der Druck ohne Nachfüllen steigt, besonders nach dem Warmwasserzapfen. Die sichere Diagnose stellt der Fachbetrieb.
Quellen
- Offizielle Bedienungsanleitungen und Supportseiten von ATAG (nur Fakten, eigene Formulierung)
- Methodik: So entstehen unsere Code-Seiten · Unsere Datenquellen · Redaktionelle Richtlinien