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Schweregrad: Niedrig Code-Typ: Herstellerspezifisch (Ford)

Ford Fehlercode P1132

Die vordere Lambdasonde Bank 1 bleibt auf „fett“, obwohl das Steuergerät schon maximal abmagert.

Auf einen Blick

Schweregrad: 2/5 – Niedrig2/5

Schweregrad: Niedrig

Bedeutung
Lambdasonde vor Kat schaltet nicht – fett (Bank 1)
System
Gemischaufbereitung · Antrieb
Weiterfahren?
Ja, vorübergehend
Typische Reparaturkosten
60–800 €
Selbst machen
Mittel

P1132 ist das Gegenstück zu P1131: Die Regelsonde HO2S-11 vor dem Katalysator liegt dauerhaft über etwa 0,45 V und meldet fettes Gemisch, während die Gemischregelung bereits an ihrer Abmagerungsgrenze steht. Das Ford-Steuergerät kann nichts mehr wegnehmen und speichert deshalb, dass die Sonde nie in den mageren Bereich zurückgekehrt ist. Dahinter stecken zwei grundverschiedene Fälle: Entweder bekommt der Motor tatsächlich zu viel Kraftstoff – etwa durch ein tropfendes Einspritzventil, ein offen hängendes Tankentlüftungsventil oder mit Benzin verdünntes Motoröl – oder die Sonde misst falsch, weil sie verunreinigt ist oder ihre Signalleitung Kontakt zur Heizungsversorgung hat. Wer das früh unterscheidet, spart Geld; läuft der Motor lange zu fett, leidet der Katalysator.

Kann ich weiterfahren? Kurze Fahrten sind unkritisch, auf Dauer sollte der Fehler aber behoben werden, weil unverbrannter Kraftstoff den Katalysator überhitzt. Riecht es deutlich nach Benzin oder kommen Zündaussetzer dazu, das Auto bis zur Prüfung stehen lassen.

So lesen Sie P1132

So lesen Sie P1132P11213324
  1. P Antrieb
  2. 1 Herstellerspezifisch
  3. 1 Kraftstoff- & Luftzumessung
  4. 32 Konkreter Fehler

Symptome

  • Motorkontrollleuchte an, häufig mit P0172
  • Spürbar höherer Verbrauch
  • Benzin- oder Schwefelgeruch aus dem Auspuff
  • Schwarz verrußtes Endrohr und verrußte Zündkerzen
  • Schlechter Warmstart nach kurzem Halt

Mögliche Ursachen

Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).

  1. Motoröl durch viele Kurzstrecken mit Benzin verdünnt, Dämpfe gelangen über die Kurbelgehäuseentlüftung in den Ansaugtrakt 22%
  2. Regelsonde verunreinigt (Kühlmittel, Ölasche, Silikon) oder driftet nach oben 22%
  3. Tankentlüftungsventil hängt offen und leitet Kraftstoffdampf im Leerlauf ein 18%
  4. Undichtes, nachtropfendes Einspritzventil 17%
  5. Signalleitung der Sonde hat Schluss zur Heizungsspannung (Kabelbaum, Stecker) 11%
  6. Kraftstoffdruck zu hoch durch defekten Druckregler 10%

Diagnose Schritt für Schritt

Diagnoseablauf: P11321Ölstand und Ölgeruch prüfen2Sonde mit Falschluft testen3Signalleitung auf Fremdspannungmessen4Tankentlüftungsventil ausschließen5Druckhaltetest der Einspritzanlage
  1. Ölstand und Ölgeruch prüfen

    Am Peilstab riechen: Riecht das Öl stark nach Benzin oder steht es über der Max-Marke, ist es verdünnt. Dann zuerst Ölwechsel machen und eine längere Autobahnfahrt einplanen, bevor teure Teile getauscht werden.

    Werkzeug: Taschenlampe

  2. Sonde mit Falschluft testen

    Bei warmem Motor im Leerlauf kurz einen kleinen Unterdruckschlauch abziehen und die Sondenspannung beobachten. Eine gesunde Sonde fällt innerhalb von ein bis zwei Sekunden unter 0,2 V; bleibt sie oben, liegt der Fehler an Sonde oder Leitung.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät, Zange

  3. Signalleitung auf Fremdspannung messen

    Stecker der Sonde trennen, Zündung ein und die Signalleitung auf der Steuergeräteseite messen. Erwartet werden etwa 0 bis 0,45 V; liegt nahezu Bordnetzspannung an, hat die Leitung Kontakt zur Heizungsversorgung.

    Werkzeug: Multimeter

  4. Tankentlüftungsventil ausschließen

    Die Leitung vom Aktivkohlefilter zum Ansaugkrümmer abklemmen und dabei die Gemischkorrektur beobachten. Normalisiert sie sich sofort, lässt das Ventil ungewollt Kraftstoffdampf durch.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät, Zange

  5. Druckhaltetest der Einspritzanlage

    Manometer anschließen, Pumpe laufen lassen, abstellen und mindestens 10 Minuten beobachten. Sinkt der Druck ohne sichtbare Undichtigkeit stetig, tropft ein Einspritzventil oder der Druckregler lässt durch.

    Werkzeug: Kraftstoffdruckprüfer

Wo die Bauteile sitzen

Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung – P113212345678
Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung
  1. 1Luftmassenmesser
  2. 2Turbolader
  3. 3Drosselklappe
  4. 4Ansaugkrümmer
  5. 5Einspritzdüse
  6. 6AGR-Ventil
  7. 7Kraftstoffpumpe
  8. 8Thermostat

Reparatur & Kosten

ReparaturSelbst?Geschätzte Kosten
Ölwechsel bei Kraftstoffverdünnung Ja 60–130 €
Regelsonde vor Kat erneuern Ja 120–300 €
Tankentlüftungsventil erneuern Ja 90–250 €
Einspritzventil(e) erneuern Nein 220–800 €
Kabelbaum der Sonde instand setzen Nein 80–250 €

Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.

Auswirkung auf HU/AU

Durchgefallen

Bei gespeichertem P1132 leuchtet die Motorkontrollleuchte, die AU wird damit nicht bestanden. Ein tatsächlich zu fettes Gemisch kann zusätzlich die CO-Messung am Endrohr verschlechtern.

Häufige Fragen

Kann die Sonde „fett“ melden, obwohl der Motor normal läuft?

Ja. Kühlmittel- oder Silikonrückstände und ein Kurzschluss zur Heizungsleitung heben die Spannung künstlich an. Deshalb zuerst den Falschlufttest machen, bevor Einspritzventile getauscht werden.

Mein Fiesta fährt nur Kurzstrecke – kann das P1132 auslösen?

Durchaus. Bei kaltem Motor gelangt Benzin ins Öl, und über die Kurbelgehäuseentlüftung landet der Dampf wieder im Ansaugtrakt. Ein Ölwechsel und regelmäßig längere Strecken beheben das oft.

Schadet P1132 dem Katalysator?

Wenn der Motor wirklich zu fett läuft, ja. Der überschüssige Kraftstoff verbrennt im Katalysator und überhitzt ihn; später folgt dann oft P0420.

Reicht es, den Fehler zu löschen?

Nur zur Kontrolle. Die Schaltprüfung der Sonde läuft bei fast jeder Fahrt mit warmem Motor, besteht die Ursache weiter, ist die Leuchte nach kurzer Zeit wieder an.

Quellen