DE

Schweregrad: Mittel Code-Typ: Generisch (alle Marken)

Fehlercode P0711: Getriebeöltemperatursensor A – Bereich/Funktion

Der Öltemperaturwert verhält sich nicht wie echtes Öl – er steigt zu langsam, zu schnell oder gar nicht.

Auf einen Blick

Schweregrad: 3/5 – Mittel3/5

Schweregrad: Mittel

Bedeutung
Getriebeöltemperatursensor A – Bereich/Funktion
System
Getriebe · Antrieb
Weiterfahren?
Nur mit Vorsicht
Typische Reparaturkosten
150–700 €
Selbst machen
Mittel

Bei P0711 liegt das Temperatursignal elektrisch im zulässigen Bereich, das Getriebesteuergerät hält es aber für unplausibel. Es prüft, ob der Wert beim Kaltstart ungefähr zu Kühlmittel- und Ansauglufttemperatur passt und ob er nach einer bestimmten Fahrzeit in Richtung Betriebstemperatur steigt, meist etwa 70 bis 95 °C. Ein festhängender Sensor, ein Wert, der sich schneller ändert, als Öl es physikalisch kann, oder ein Getriebe, das tatsächlich nicht warm wird – oder tatsächlich überhitzt –, lösen den Code aus. Deshalb muss zuerst geklärt werden, ob die Öltemperatur wirklich falsch ist oder nur der Sensor.

Kann ich weiterfahren? Zurückhaltend fahren, bis klar ist, welcher Fall vorliegt. Besteht Verdacht auf echte Überhitzung – Anhängerbetrieb, verbrannter Geruch, Warnmeldung Getriebe –, anhalten, in P im Leerlauf abkühlen lassen und nicht mit Anhänger weiterfahren.

So lesen Sie P0711

So lesen Sie P0711P10273114
  1. P Antrieb
  2. 0 Generisch (SAE/ISO)
  3. 7 Getriebe
  4. 11 Konkreter Fehler

Symptome

  • Getriebeöltemperatur im Tester bleibt auf einem Wert oder erreicht nie Betriebstemperatur
  • Temperaturwert springt innerhalb von Sekunden um viele Grad
  • Getriebe-Übertemperaturwarnung ohne Last oder keine Warnung trotz schwerem Anhänger
  • Wandlerüberbrückung nach dem Kaltstart sehr lange verzögert
  • Harte Schaltvorgänge und höhere Autobahndrehzahl
  • Dunkles oder verbrannt riechendes Öl, wenn das Getriebe wirklich überhitzt war

Mögliche Ursachen

Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).

  1. Temperatursensor driftet oder hängt fest (folgt der echten Temperatur nicht mehr) 26%
  2. Öl tatsächlich zu heiß: Anhängerbetrieb, Ölmangel, Wandlerschlupf 21%
  3. Öl wird nicht warm: Motorthermostat klemmt offen oder Getriebeölthermostat defekt 19%
  4. Zugesetzter Getriebeölkühler, Leitungen oder defekter Kühlerlüfter 14%
  5. Übergangswiderstand in Stecker oder innerem Kabelbaum 12%
  6. Steuergerätesoftware mit zu strenger Plausibilitätsprüfung 8%

Diagnose Schritt für Schritt

Diagnoseablauf: P07111Kaltstartabgleich2Warmlauf aufzeichnen3Unabhängig gegenmessen4Ölstand und Ölzustand prüfen5Kühlkreis des Getriebeskontrollieren
  1. Kaltstartabgleich

    Nach Standzeit über Nacht vor dem Start Getriebeöl-, Kühlmittel- und Ansauglufttemperatur im Tester vergleichen. Mehr als etwa 5 °C Abweichung spricht gegen den Sensor; passen die Werte, misst er zumindest im kalten Zustand richtig.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  2. Warmlauf aufzeichnen

    Getriebeöl- und Kühlmitteltemperatur während einer Fahrt von 20 bis 30 Minuten aufzeichnen. Das Öl folgt dem Kühlmittel verzögert und pendelt sich bei etwa 70 bis 95 °C ein; eine flache Linie deutet auf einen hängenden Sensor, bleibt auch das Kühlmittel kalt, auf ein offen klemmendes Motorthermostat.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  3. Unabhängig gegenmessen

    Mit einem Infrarotthermometer an Ölwanne oder Kühlerleitung messen und mit dem Testerwert vergleichen. Hat die Wanne wirklich 120 °C, misst der Sensor korrekt und das Getriebe überhitzt; ist die Wanne warm, der Sensor meldet aber kalt, ist der Sensor schuld.

    Werkzeug: Taschenlampe

  4. Ölstand und Ölzustand prüfen

    Ölmangel ist eine klassische Ursache echter Überhitzung. Bei Getrieben ohne Messstab wird der Ölstand bei vorgegebener Öltemperatur an der Kontrollschraube geprüft, weil sich Öl beim Erwärmen ausdehnt – zu kalt geprüft ergibt Überfüllung, zu heiß Ölmangel.

    Werkzeug: Handtücher & flache Schale, Taschenlampe

  5. Kühlkreis des Getriebes kontrollieren

    Auf geknickte oder gequetschte Kühlerleitungen, zugesetzten Ölkühler, defektes Getriebeölthermostat und stehenden Kühlerlüfter prüfen. Auf der Probefahrt auch den Wandlerschlupf beobachten, denn ein nicht überbrückter Wandler erzeugt viel Wärme.

    Werkzeug: Taschenlampe, OBD-Diagnosegerät

Wo die Bauteile sitzen

Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung – P071112345678
Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung
  1. 1Luftmassenmesser
  2. 2Turbolader
  3. 3Drosselklappe
  4. 4Ansaugkrümmer
  5. 5Einspritzdüse
  6. 6AGR-Ventil
  7. 7Kraftstoffpumpe
  8. 8Thermostat

Reparatur & Kosten

ReparaturSelbst?Geschätzte Kosten
Ölstand korrigieren bzw. Getriebeölwechsel mit Filter Nein 200–500 €
Motorthermostat erneuern Ja 150–400 €
Getriebeölthermostat erneuern oder Ölkühler spülen/tauschen Nein 200–650 €
Getriebeöltemperatursensor erneuern Nein 250–500 €
Zusätzlichen Getriebeölkühler für Anhängerbetrieb nachrüsten Nein 300–700 €

Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.

Hinweise nach Marke

Felddaten

Hyundai 5 Sonata, Elantra, Elantra Gt
Kia 5 Optima, Sorento, Sportage

Quelle: NHTSA Complaints API (offene Daten der US-Regierung), ausgewertet nach Fehlercode-Nennung. US-Modelle können von deutschen Varianten abweichen.

Auswirkung auf HU/AU

Durchgefallen

Mit P0711 bleibt die Motorkontrollleuchte an, die AU mit OBD-Prüfung ist damit nicht zu bestehen. Ursache beheben und kontrollieren, ob der Fehler über einen kompletten Warmlauf ausbleibt.

Häufige Fragen

Überhitzt mein Getriebe wirklich oder lügt der Sensor?

Testerwert mit Infrarotthermometer an der Ölwanne vergleichen und Farbe und Geruch des Öls beurteilen. Echte Überhitzung hängt meist mit Anhängerbetrieb, Ölmangel oder Wandlerschlupf zusammen und hinterlässt dunkles Öl; ein falscher Sensor steht oft starr auf einem Wert.

Wie kann ein Motorthermostat einen Getriebefehler auslösen?

Viele Getriebe erwärmen ihr Öl über einen Wärmetauscher im Kühlkreislauf des Motors. Klemmt das Thermostat offen, bleibt das Kühlmittel kühl, das Getriebeöl wird viel zu langsam warm, und das Steuergerät stuft das Temperatursignal als unplausibel ein.

Ab wann ist Getriebeöl zu heiß?

Im normalen Betrieb sind etwa 80 bis 95 °C üblich. Dauerhaft über rund 115 °C altert das Öl stark und Dichtungen verhärten – deshalb ist schwerer Anhängerbetrieb ohne ausreichende Kühlung riskant.

Warum hängt die Ölstandsprüfung von der Temperatur ab?

Getriebeöl dehnt sich beim Erwärmen spürbar aus. Getriebe ohne Messstab werden befüllt, bis bei einer festgelegten Temperatur Öl aus der Kontrollbohrung läuft – stimmt die Temperatur nicht, stimmt auch der Ölstand nicht.

Quellen