Fehlercode P0721: Abtriebsdrehzahlsensor – Bereich/Funktion
Das Abtriebsdrehzahlsignal ist verrauscht, setzt aus oder passt nicht zu Rad- bzw. Eingangsdrehzahl.
Auf einen Blick
Schweregrad: Niedrig
- Bedeutung
- Abtriebsdrehzahlsensor – Bereich/Funktion
- System
- Getriebe · Antrieb
- Weiterfahren?
- Nur mit Vorsicht
- Typische Reparaturkosten
- 60–1.300 €
- Selbst machen
- Mittel
P0721 wird gesetzt, wenn der Abtriebsdrehzahlsensor zwar ein Signal liefert, dieses aber die Plausibilitätsprüfung des Steuergeräts nicht besteht. Je nach Fahrzeug wird die Abtriebsdrehzahl mit Eingangsdrehzahl mal eingelegter Übersetzung, mit den ABS-Raddrehzahlen oder einfach auf unrealistisch schnelle Änderungen geprüft – ein Auto verliert nicht in einer Zehntelsekunde 30 km/h. Spitzen und Aussetzer deuten auf Leitung, lockeren Sensor, beschädigtes Geberrad oder verschlissene Abtriebslager, durch die sich der Luftspalt ändert. Eine gleichbleibende prozentuale Abweichung stammt dagegen oft von geänderten Reifengrößen oder Achsübersetzungen, die nicht in den Steuergeräten hinterlegt wurden.
Kann ich weiterfahren? In der Regel mit Vorsicht fahrbar. Das Getriebe kann bei Konstantfahrt unerwartet zurückschalten, der Tacho flackern und der Tempomat abschalten – mehr Abstand halten und bis zur Reparatur nicht auf den Tempomaten verlassen.
So lesen Sie P0721
- P Antrieb
- 0 Generisch (SAE/ISO)
- 7 Getriebe
- 21 Konkreter Fehler
Symptome
- Tachonadel flackert oder springt kurzzeitig
- Unerwartete Rückschaltung oder Pendelschalten bei konstanter Autobahnfahrt
- Tempomat schaltet sich selbstständig ab
- Gelegentlich harter Schaltstoß, besonders auf unebener Straße
- Fehler tritt oft nach Reifen- oder Achsumbau auf
- Motorkontrollleuchte, teils mit Fehler im Geschwindigkeitssignal
Mögliche Ursachen
Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).
- Wackelkontakt in Leitung oder Stecker am Sensor
- Sensor locker, nicht ganz eingesetzt oder mit Abrieb an der Spitze
- Schwacher oder alternder Abtriebsdrehzahlsensor
- Reifengröße oder Achsübersetzung ohne Anpassung geändert
- Beschädigtes Geberrad oder verschlissenes Abtriebslager verändert den Luftspalt
- Störungen durch nachgerüstete Elektrik
Diagnose Schritt für Schritt
Abtriebs- und Raddrehzahlen grafisch vergleichen
Abtriebsdrehzahl und alle vier ABS-Raddrehzahlen bei konstant 50, 80 und 100 km/h aufzeichnen. Zufällige Spitzen oder Aussetzer nur im Abtriebssignal bedeuten Sensor oder Leitung; eine mit dem Tempo wachsende, gleichmäßige Abweichung deutet auf eine falsche Kalibrierung.
Werkzeug: OBD-Diagnosegerät
Reifengröße und Codierung prüfen
Kontrollieren, ob die Reifengröße den Fahrzeugpapieren entspricht und alle vier Reifen gleich groß und ähnlich abgefahren sind. Nach Umbauten auf andere Radgrößen oder Achsübersetzungen müssen diese Werte in den Steuergeräten angepasst werden.
Werkzeug: Taschenlampe
Sensorsitz kontrollieren
Prüfen, ob der Sensor ganz eingesetzt, die Schraube fest und der O-Ring intakt ist. Metallabrieb von der Magnetspitze entfernen – viel Abrieb ist auch ein Hinweis für die Beurteilung des Getriebeöls.
Werkzeug: Schraubendreher, Drehmomentschlüssel
Wackeltest am Kabelbaum
Bei laufendem Motor in D mit getretener Bremse, oder in der Werkstatt auf der Hebebühne mit sicher abgestütztem Fahrzeug, die Abtriebsdrehzahl beobachten und dabei den Kabelstrang entlang seines Verlaufs bewegen. Aussetzer beim Bewegen zeigen die Fehlerstelle.
Werkzeug: OBD-Diagnosegerät
Spiel an der Abtriebswelle prüfen
Am Gelenkwellenflansch bzw. Abtriebsflansch auf Axial- und Radialspiel prüfen. Übermäßiges Spiel durch ein verschlissenes Lager verändert den Abstand zwischen Sensor und Geberrad und lässt das Signal schwanken.
Werkzeug: Taschenlampe
Wo die Bauteile sitzen
- 1Batterie
- 2Lichtmaschine
- 3Motorsteuergerät
- 4CAN-Bus
- 5Getriebe
- 6Raddrehzahlsensor
- 7Hochvoltbatterie
Reparatur & Kosten
| Reparatur | Selbst? | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|
| Reifengröße bzw. Achsübersetzung im Steuergerät anpassen | Nein | 60–160 € |
| Wackelkontakt in der Sensorleitung beheben | Nein | 100–300 € |
| Abtriebsdrehzahlsensor neu setzen oder erneuern | Ja | 120–350 € |
| Abtriebslager bzw. Buchse im Getriebeende erneuern | Nein | 450–1.300 € |
Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.
Hinweise nach Marke
Felddaten
| Ford | 16 | F-150 SUPERCAB, F-150 SUPER CREW, Edge |
|---|
Quelle: NHTSA Complaints API (offene Daten der US-Regierung), ausgewertet nach Fehlercode-Nennung. US-Modelle können von deutschen Varianten abweichen.
Auswirkung auf HU/AU
Durchgefallen
P0721 schaltet die Motorkontrollleuchte ein, die AU mit OBD-Abfrage wird damit nicht bestanden. Stammt der Fehler von einer Reifenumrüstung, muss die Anpassung erfolgen und einige Fahrzyklen gefahren werden; die Rad-Reifen-Kombination muss zudem eingetragen bzw. zulässig sein.
Häufige Fragen
Können größere Reifen P0721 auslösen?
Ja, bei Fahrzeugen, die die Getriebeabtriebsdrehzahl mit den ABS-Raddrehzahlen oder einer gespeicherten Reifengröße vergleichen. Eine große Abweichung lässt das Signal unplausibel erscheinen; Abhilfe schafft die Codierung von Reifengröße und Achsübersetzung.
Warum springt mein Tacho mit diesem Fehler?
Nutzt der Tacho den Abtriebssensor, erscheint jeder Aussetzer oder jede Spitze als Zucken der Nadel. Wird die Geschwindigkeit vom ABS berechnet, bleibt die Anzeige ruhig, die Schaltqualität kann trotzdem leiden.
Was ist der Unterschied zu P0722?
P0722 bedeutet, das Signal fehlt komplett. P0721 heißt, es ist vorhanden, aber unzuverlässig oder passt nicht zu anderen Geschwindigkeitsinformationen – eher lose Teile, Wackelkontakte oder falsche Kalibrierung.
Spielen unterschiedliche Reifen beim Allradler eine Rolle?
Ja. Unterschiedliche Durchmesser vorn und hinten oder links und rechts lassen die Raddrehzahlen untereinander und gegenüber dem Getriebe abweichen. Alle vier Reifen sollten gleiche Größe und ähnliche Profiltiefe haben.