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Schweregrad: Mittel Code-Typ: Generisch (alle Marken)

Fehlercode P2459: Partikelfilter: Regenerationshäufigkeit zu hoch

Der Dieselpartikelfilter regeneriert deutlich öfter, als es für die gefahrene Strecke normal wäre.

Auf einen Blick

Schweregrad: 3/5 – Mittel3/5

Schweregrad: Mittel

Bedeutung
Partikelfilter: Regenerationshäufigkeit zu hoch
System
Abgasreinigung · Antrieb
Weiterfahren?
Nur mit Vorsicht
Typische Reparaturkosten
80–1.400 €
Selbst machen
Mittel

Das Steuergerät protokolliert jede Regeneration des Partikelfilters und die Strecke dazwischen. Im Mischbetrieb liegen zwischen zwei aktiven Regenerationen meist einige hundert Kilometer; P2459 wird gesetzt, wenn die Abstände deutlich kürzer werden als die programmierte Grenze erlaubt. Dahinter steckt eine von drei Situationen: Der Motor produziert mehr Ruß als normal, der Filter hat wegen eines hohen Ascheanteils weniger Platz für Ruß, oder das Steuergerät bekommt eine hohe Beladung gemeldet, die gar nicht da ist. Auch das Fahrprofil spielt eine große Rolle, denn bei Kurzstrecke abgebrochene Regenerationen werden immer wieder neu gestartet. Jede zusätzliche Regeneration kostet Kraftstoff und bringt einen Teil davon ins Motoröl.

Kann ich weiterfahren? Das Auto ist fahrbar, aber vor längeren Fahrten den Ölstand kontrollieren – häufige Regenerationen verdünnen das Öl mit Diesel. Läuft gerade eine Regeneration, sie mit gleichmäßiger Fahrt zu Ende bringen statt den Motor abzustellen.

So lesen Sie P2459

So lesen Sie P2459P12243594
  1. P Antrieb
  2. 2 Generisch (SAE/ISO)
  3. 4 Abgasreinigung
  4. 59 Konkreter Fehler

Symptome

  • Motorkontrollleuchte ohne spürbares Fahrproblem
  • Sehr häufige Regenerationsanzeichen: erhöhte Leerlaufdrehzahl, Lüfternachlauf, heißer Geruch, Start-Stopp inaktiv
  • Spürbar höherer Verbrauch
  • Ölstand steigt zwischen den Wechseln, Öl riecht nach Diesel
  • Aufforderung zum vorgezogenen Ölwechsel bei manchen Modellen

Mögliche Ursachen

Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).

  1. Überwiegend Kurzstrecke oder lange Standzeiten im Leerlauf, Regenerationen werden abgebrochen und wiederholt 26%
  2. Motor erzeugt zu viel Ruß: undichte oder verschlissene Injektoren, hängendes AGR-Ventil, Ladeluftleck, zugesetzter Luftfilter 22%
  3. Differenzdrucksensor oder Druckleitungen melden zu hohe Werte und lösen unnötige Regenerationen aus 18%
  4. Hoher Ascheanteil verringert die nutzbare Filterkapazität 14%
  5. Abgastemperatursensor fehlerhaft, Regenerationen werden abgebrochen oder als unvollständig gewertet 10%
  6. Öl gelangt ins Abgas durch undichte Turboladerdichtungen oder starke Kurbelgehäuseentlüftung 10%

Diagnose Schritt für Schritt

Diagnoseablauf: P24591Regenerationsprotokoll auslesen2Öl auf Kraftstoffverdünnung prüfen3Gemessene und berechnete Rußmassevergleichen4Rußquellen suchen5Abgastemperatursensoren prüfen6Ascheanteil prüfen und nachReparatur zurücksetzen
  1. Regenerationsprotokoll auslesen

    Anzahl der Regenerationen, Strecke zwischen den letzten Vorgängen, Zahl der Abbrüche und den vom Steuergerät angegebenen Auslösegrund ansehen. Viele kurze, abgebrochene Regenerationen sprechen für das Fahrprofil; vollständige Regenerationen in kurzen Abständen für ein Motor- oder Sensorproblem.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  2. Öl auf Kraftstoffverdünnung prüfen

    Bei kaltem Motor auf ebener Fläche prüfen, ob der Ölstand über Maximum liegt oder das Öl nach Diesel riecht. Verdünntes Öl schmiert schlechter; es wird zuerst gewechselt. Bei manchen Fahrzeugen muss danach der Zähler für die Ölverdünnung zurückgesetzt werden.

    Werkzeug: Taschenlampe

  3. Gemessene und berechnete Rußmasse vergleichen

    Steigt die gemessene Rußmasse viel schneller als die berechnete, sind Differenzdrucksensor oder Leitungen verdächtig. Steigen beide gemeinsam schnell, erzeugt der Motor tatsächlich viel Ruß.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  4. Rußquellen suchen

    Mengenabgleich bzw. Korrekturwerte der Injektoren prüfen, kontrollieren, ob das AGR-Ventil bei Ansteuerung vollständig schließt, Ansaug- und Ladeluftstrecke mit Rauch auf Lecks prüfen und den Luftfilter ansehen. Jeder dieser Punkte kann die Rußmenge am Filter vervielfachen.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät, Rauchgastester

  5. Abgastemperatursensoren prüfen

    Im kalten Zustand müssen alle Abgastemperatursensoren nahe der Umgebungstemperatur und nah beieinander liegen. Während einer Regeneration muss der Sensor vor dem DPF gleichmäßig in Richtung Zieltemperatur steigen; hinkt einer hinterher oder fällt aus, bricht die Regeneration zu früh ab.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  6. Ascheanteil prüfen und nach Reparatur zurücksetzen

    Liegt der Ascheanteil nahe am Grenzwert, hilft nur Reinigung oder Tausch des Filters, danach wird der Aschewert per Diagnosegerät zurückgesetzt. Nach jeder Reparatur Fehler löschen und über die nächsten paar hundert Kilometer beobachten, ob die Abstände wieder normal werden.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

Wo die Bauteile sitzen

Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung – P245912345678
Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung
  1. 1Luftmassenmesser
  2. 2Turbolader
  3. 3Drosselklappe
  4. 4Ansaugkrümmer
  5. 5Einspritzdüse
  6. 6AGR-Ventil
  7. 7Kraftstoffpumpe
  8. 8Thermostat

Reparatur & Kosten

ReparaturSelbst?Geschätzte Kosten
Öl- und Filterwechsel wegen Kraftstoffverdünnung Ja 80–180 €
Differenzdrucksensor oder Druckleitungen erneuern Ja 80–300 €
Ladeluftleck beheben oder AGR-Ventil erneuern Nein 120–700 €
Undichte Injektoren erneuern Nein 300–1.400 €
DPF professionell reinigen (Asche entfernen) Nein 400–900 €

Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.

Auswirkung auf HU/AU

Durchgefallen

Mit P2459 und leuchtender Motorkontrollleuchte fällt die AU durch. Software, die die Regeneration abschaltet, oder ein ausgeräumter Filter sind unzulässig; bei Euro-6-Dieseln fällt ein entfernter Filter zudem bei der Partikelanzahlmessung auf.

Häufige Fragen

Wie oft regeneriert ein DPF normalerweise?

Das hängt von Motor und Fahrprofil ab. Im Mischbetrieb liegen zwischen aktiven Regenerationen häufig einige hundert Kilometer, bei viel Autobahn noch mehr, weil der Filter dann passiv abbrennt. Regeneriert er alle paar Dutzend Kilometer, stimmt etwas nicht.

Ist Diesel im Motoröl wirklich schlimm?

Ja. Diesel verdünnt das Öl und schwächt den Schmierfilm an Turbolader, Lagern und Steuertrieb. Ein steigender Ölstand beim Diesel ist ein Warnsignal: Öl wechseln und die Ursache der häufigen Regenerationen suchen.

Reicht es, anders zu fahren?

Wenn das Protokoll vor allem abgebrochene Regenerationen zeigt und der Motor sonst in Ordnung ist, ja. Regelmäßig eine längere Etappe auf Landstraße oder Autobahn einplanen und laufende Regenerationen nicht durch Abstellen unterbrechen.

Welche Rolle spielt die Asche?

Asche aus Öladditiven verbrennt nicht und füllt den Filter mit der Zeit dauerhaft. Je höher der Ascheanteil, desto schneller ist der verbleibende Platz mit Ruß voll und desto öfter muss regeneriert werden. Aschearmes Öl mit der richtigen Freigabe verlangsamt das.

Quellen