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Schweregrad: Mittel Code-Typ: Herstellerspezifisch (Volkswagen)

Volkswagen Fehlercode P1297

Ladedruck entweicht zwischen Turbolader und Drosselklappe – meist ein Schlauch oder das Schubumluftventil.

Auf einen Blick

Schweregrad: 3/5 – Mittel3/5

Schweregrad: Mittel

Bedeutung
Verbindung Turbolader–Drosselklappe: Druckabfall
System
Gemischaufbereitung · Antrieb
Weiterfahren?
Nur mit Vorsicht
Typische Reparaturkosten
50–600 €
Selbst machen
Mittel

P1297, in VCDS 17705 „Verbindung Turbolader–Drosselklappe: Druckabfall“, ist ein typischer Code der 1.8T-Generation: Golf 4 GTI, Bora, New Beetle Turbo, Passat 3B, außerdem Audi A3/TT, Octavia RS und Leon Cupra. Das Motorsteuergerät weiß, wie viel Luft der Luftmassenmesser gemessen hat und welcher Ladedruck vor der Drosselklappe daraus entstehen müsste; meldet der Ladedruckgeber deutlich weniger, schließt es auf ein Leck auf der Druckseite. Anders als bei Falschluft ist diese Luft bereits gemessen, das Gemisch bleibt daher meist in Ordnung – spürbar sind Leistungsverlust, ein Zischen unter Last und manchmal Notlauf. Häufigste Ursachen sind Ladeluftschläuche und ihre Schellen, das Schubumluftventil, gerissene Kunststoffrohre und die Kurbelgehäuseentlüftung.

Kann ich weiterfahren? Vorsichtig bis zur Werkstatt fahren ist möglich, Volllast aber vermeiden: Ein angerissener Ladeluftschlauch kann ganz abspringen, und der Motor geht dann schlagartig in den Notlauf.

So lesen Sie P1297

So lesen Sie P1297P11223974
  1. P Antrieb
  2. 1 Herstellerspezifisch
  3. 2 Kraftstoff & Luft (Einspritzkreis)
  4. 97 Konkreter Fehler

Symptome

  • Motorkontrollleuchte, Eintrag 17705 bzw. P1297
  • Deutlicher Leistungsverlust oberhalb von etwa 3.000 U/min
  • Zischen oder Fauchen beim Beschleunigen
  • Notlauf bei Volllast, nach Neustart wieder normal
  • Ölfeuchte Ladeluftschläuche oder Ölfilm an der Drosselklappe

Mögliche Ursachen

Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).

  1. Ladeluftschlauch gerissen, durch Öl aufgeweicht oder Schelle locker – oft an den unteren Anschlüssen 32%
  2. Schubumluftventil mit gerissener Membran undicht unter Ladedruck 22%
  3. Kunststoff-Ladeluftrohr oder Ladeluftkühler-Kasten gerissen 14%
  4. Rückschlagventil der Kurbelgehäuseentlüftung lässt Ladedruck ins Kurbelgehäuse 10%
  5. Magnetventil Schubumluft (N249) oder dessen Unterdruckleitungen und Speicher defekt 8%
  6. Ladedruckgeber (G31) verölt oder misst zu wenig 7%
  7. Dichtung am Turboausgang oder an der Drosselklappe undicht 7%

Diagnose Schritt für Schritt

Diagnoseablauf: P12971Soll- und Istladedruck messen2Ladeluftstrecke abgehen3Abdrücken der Ladeluftstrecke4Schubumluftventil prüfen5Kurbelgehäuseentlüftung und N249kontrollieren6Ladedruckgeber plausibilisieren
  1. Soll- und Istladedruck messen

    In VCDS Messwertblock 115 (Drehzahl, Last, Soll- und Istladedruck) im 3. Gang von etwa 2.000 U/min bis kurz vor Abregeldrehzahl loggen. Angezeigt wird Absolutdruck; serienmäßige 1.8T fordern grob 1.600 bis 2.000 mbar an. Bleibt der Istwert deutlich zurück, während die Luftmasse passt, ist ein Leck auf der Druckseite bestätigt.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  2. Ladeluftstrecke abgehen

    Vom Turboausgang über den Ladeluftkühler (beim Golf 4 vorn rechts hinter der Stoßstange) bis zur Drosselklappe jede Verbindung ansehen. Ölige Schlauchenden, aufgequollene oder in den Falten eingerissene Schläuche und Schellen, die sich von Hand drehen lassen, sind Hauptverdächtige.

    Werkzeug: Taschenlampe, Schraubendreher

  3. Abdrücken der Ladeluftstrecke

    Ansaugung am LMM oder Turboeingang mit einem Prüfadapter verschließen und mit höchstens etwa 1 bar Druckluft beaufschlagen. Auf Zischen horchen und Verbindungen mit Seifenwasser einsprühen; etwas Luft über offene Ventile ist normal, ein Schlauchriss zeigt sich eindeutig.

    Werkzeug: Rauchgastester, Taschenlampe

  4. Schubumluftventil prüfen

    Ventil ausbauen und mit einer Handvakuumpumpe Unterdruck anlegen: Es muss vollständig öffnen und den Unterdruck halten. Im geschlossenen Zustand darf es beim Durchblasen nicht undicht sein.

    Werkzeug: Unterdruckmesser, Zange

  5. Kurbelgehäuseentlüftung und N249 kontrollieren

    Rückschlagventil und Schläuche der Entlüftung auf Risse prüfen, da darüber Ladedruck ins Kurbelgehäuse entweichen kann. N249 per Stellglieddiagnose ansteuern und Unterdruckspeicher sowie Leitungen kontrollieren.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät, Taschenlampe

  6. Ladedruckgeber plausibilisieren

    Bei stehendem Motor und Zündung an muss der Ladedruckgeber etwa denselben Wert wie der Umgebungsdruck zeigen. Ein abweichender oder verölter Geber liefert zu niedrige Istwerte.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

Wo die Bauteile sitzen

Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung – P129712345678
Ansaugtrakt und Gemischaufbereitung
  1. 1Luftmassenmesser
  2. 2Turbolader
  3. 3Drosselklappe
  4. 4Ansaugkrümmer
  5. 5Einspritzdüse
  6. 6AGR-Ventil
  7. 7Kraftstoffpumpe
  8. 8Thermostat

Reparatur & Kosten

ReparaturSelbst?Geschätzte Kosten
Ladeluftschlauch mit neuen Schellen ersetzen Ja 50–220 €
Schubumluftventil tauschen Ja 60–190 €
Ladeluftrohr oder Ladeluftkühler erneuern Nein 160–600 €
Kurbelgehäuseentlüftung erneuern Ja 90–320 €
Abdrücken und Diagnose in der Werkstatt Nein 70–160 €

Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.

Hinweise nach Marke

Audi

A3 8L, A4 B5/B6 und TT 8N mit 1.8T speichern denselben Code 17705; beim TT und den quattro-Modellen gibt es durch zusätzliche Rohrführung mehr Verbindungen zu prüfen.

Škoda

Der Octavia RS 1U mit 1.8T leidet an denselben Ladeluftschläuchen und Schubumluftventilen wie der Golf 4 GTI.

Seat

Leon Cupra und Cupra R 1M werden oft mit mehr Ladedruck gefahren; dort reißen Ladeluftschläuche und Schubumluftventile entsprechend früher.

Auswirkung auf HU/AU

Durchgefallen

Mit leuchtender Motorkontrollleuchte fällt das Fahrzeug bei der AU durch. Weil der Fehler erst unter Last zurückkommt, vor dem Termin eine Probefahrt mit Ladedruck machen.

Häufige Fragen

Warum läuft der Motor trotz Leck nicht zu mager?

Die entweichende Luft ist bereits durch den Luftmassenmesser gegangen und wurde mit Kraftstoff eingeplant. Es fehlt Ladedruck und damit Leistung, die Gemischadaption bleibt meist unauffällig.

Wie steht der Fehler im Fehlerspeicher?

In VCDS typischerweise als „17705 – Verbindung Turbolader–Drosselklappe: Druckabfall, P1297 – 35-00“.

Soll ich ein offenes Pop-off-Ventil einbauen?

Besser nicht. Ein Ventil, das ins Freie abbläst, verliert bereits gemessene Luft, was bei LMM-gesteuerten Motoren zu Ruckeln und Gemischfehlern führt. Die überarbeitete Serienausführung des Schubumluftventils ist die sichere Lösung.

Kann ein Schlauch dicht aussehen und trotzdem undicht sein?

Ja. Öl weicht Ladeluftschläuche von innen auf, und Risse verstecken sich in den Falten oder unter den Schellen. Nur das Abdrücken zeigt sie zuverlässig.

Quellen