Fehlercode P0107: Saugrohrdrucksensor/Luftdruck – Signal zu niedrig
Das Drucksignal liegt fast bei 0 V – meist fehlt die 5-V-Versorgung oder die Signalleitung ist unterbrochen.
Auf einen Blick
Schweregrad: Mittel
- Bedeutung
- Saugrohrdrucksensor/Luftdruck – Signal zu niedrig
- System
- Gemischaufbereitung · Antrieb
- Weiterfahren?
- Nur mit Vorsicht
- Typische Reparaturkosten
- 0–300 €
- Selbst machen
- Leicht
Bei stehendem Motor meldet ein Saugrohrdrucksensor den Umgebungsdruck von rund 1.000 mbar, und selbst im Schiebebetrieb mit geschlossener Drosselklappe fällt der Druck kaum unter 150 mbar. P0107 wird gespeichert, wenn die Signalspannung unter den kleinsten möglichen Wert fällt, meist unter etwa 0,2 V – das entspräche einem nahezu perfekten Vakuum, das kein Motor erzeugen kann. Die Ursache ist deshalb elektrisch: fehlende 5-V-Referenz, eine unterbrochene oder an Masse liegende Signalleitung, ein abgezogener Stecker oder ein Sensor, dessen Elektronik aufgegeben hat. Ein Wert nahe null würde praktisch keine Motorlast bedeuten, daher rechnet das Steuergerät ersatzweise mit einem Druck aus Drosselklappenwinkel und Drehzahl; bei Turbomotoren wird zusätzlich meist der Ladedruck begrenzt.
Kann ich weiterfahren? Mit Vorsicht meist fahrbar. Motoren, die ihre Last über den Saugrohrdruck berechnen, können ruckeln, ins Saugrohr zurückpatschen oder ausgehen, und Automatikgetriebe schalten früh und weich. Sind mehrere Sensorfehler gleichzeitig aufgetreten und der Motor läuft kaum, abschleppen lassen.
So lesen Sie P0107
- P Antrieb
- 0 Generisch (SAE/ISO)
- 1 Kraftstoff- & Luftzumessung
- 07 Konkreter Fehler
Symptome
- Motorkontrollleuchte an
- Magerruckeln und Zögern beim Beschleunigen
- Startprobleme oder Absterben bei Motoren ohne Luftmassenmesser
- Frühes, weiches Hochschalten, das sich unter Last wie Rutschen anfühlt
- Tester zeigt auch bei stehendem Motor nur 0 bis 150 mbar
- Weitere Fehler von 5-V-Sensoren gleichzeitig, etwa Drosselklappe oder Tankdruck
Mögliche Ursachen
Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).
- Stecker ab oder nicht eingerastet, oft nach Arbeiten an Drosselklappe, Saugrohr oder Ladeluftschläuchen
- 5-V-Referenz unterbrochen oder an Masse, häufig durch einen anderen Sensor im gleichen Kreis
- Signalleitung unterbrochen oder durchgescheuert mit Masseschluss
- Saugrohrdrucksensor intern defekt
- Korrodierte oder zurückgerutschte Steckkontakte
- Referenzspannungsausgang im Steuergerät defekt
Diagnose Schritt für Schritt
Wert bei Zündung an und stehendem Motor ablesen
Bei stehendem Motor muss der Saugrohrdruck dem Umgebungsdruck entsprechen, im Flachland also um 1.000 mbar. Zeigt der Tester dann nur 0 bis 150 mbar oder liegt das Signal unter 0,2 V, ist eindeutig der Stromkreis schuld und nicht der Motor.
Werkzeug: OBD-Diagnosegerät
5-V-Referenz messen
Referenzleitung am Stecker bei Zündung an rückseitig abgreifen: 4,9 bis 5,1 V sind Soll. Liegt sie bei null, die übrigen Sensoren am gleichen Kreis prüfen; Fehler wie P0122 oder P0641 bestätigen, dass die gesamte Referenz zusammengebrochen ist.
Werkzeug: Multimeter
Den Verursacher im Referenzkreis finden
Multimeter an der Referenz lassen und die Sensoren dieses Kreises nacheinander abstecken, je nach Fahrzeug etwa Drosselklappe, Tankdrucksensor, Klimadrucksensor oder Nockenwellensensor. Springt die Spannung zurück auf 5 V, hat der zuletzt abgezogene Sensor oder seine Leitung den Kurzschluss.
Werkzeug: Multimeter
Brückentest am Kabelbaumstecker
Sensor abziehen, Zündung an und auf der Kabelbaumseite Referenz- und Signalpin mit einer abgesicherten Brücke verbinden. Der Tester muss jetzt den Maximaldruck bzw. etwa 5 V anzeigen. Dann sind Leitungen und Steuergerät in Ordnung und der Sensor ist defekt; bleibt der Wert niedrig, ist die Signalleitung unterbrochen oder hat Masseschluss.
Werkzeug: OBD-Diagnosegerät, Multimeter
Signalleitung auf Unterbrechung und Masseschluss prüfen
Batterie abklemmen, beide Enden abstecken: Die Signalleitung muss unter 1 Ohm messen und darf keinen Durchgang zur Motormasse haben. Besonders die Stellen prüfen, an denen der Kabelbaum unter dem Saugrohr oder an der Drosselklappe vorbeiführt.
Werkzeug: Multimeter
Wo die Bauteile sitzen
- 1Zündspule
- 2Zündkerze
- 3Einspritzdüse
- 4Nockenwellensensor
- 5Kurbelwellensensor
- 6Motorsteuergerät
- 7Ansaugkrümmer
Reparatur & Kosten
| Reparatur | Selbst? | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|
| Stecker aufstecken und verriegeln | Ja | 0 € |
| Steckkontakte reinigen oder instand setzen | Ja | 10–80 € |
| Saugrohrdrucksensor erneuern | Ja | 50–220 € |
| Kurzgeschlossenen Sensor im Referenzkreis ersetzen | Nein | 60–280 € |
| Signal- oder Referenzleitung instand setzen | Nein | 80–300 € |
Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.
Auswirkung auf HU/AU
Durchgefallen
Mit leuchtender Motorkontrollleuchte fällt das Fahrzeug bei der AU durch. Nach der Reparatur einer gemeinsamen 5-V-Referenz alle Folgefehler löschen und so lange fahren, bis sämtliche Readiness-Codes gesetzt sind.
Häufige Fragen
Warum kam P0107 nach dem Reinigen der Drosselklappe?
Bei vielen Motoren sitzt der Saugrohrdrucksensor an der Drosselklappe oder direkt am Saugrohr, und sein Stecker wird bei der Arbeit leicht abgezogen oder angestoßen. Erst prüfen, ob der Stecker richtig eingerastet ist.
Kann ein anderer Sensor P0107 verursachen?
Ja. Der Saugrohrdrucksensor teilt sich die 5-V-Referenz meist mit weiteren Sensoren. Hat einer davon einen internen Kurzschluss, bricht die Referenz ein und das Drucksignal fällt mit ab, obwohl der Drucksensor selbst völlig in Ordnung ist.
Kann Falschluft P0107 auslösen?
Nein. Falschluft erhöht den Druck im Saugrohr, der Messwert steigt also. P0107 verlangt ein Signal, das niedriger ist, als ein Motor es überhaupt erzeugen kann, und das gibt es nur bei einem elektrischen Fehler.
Mein Turbo zieht mit P0107 kaum noch – warum?
Bei vielen Turbobenzinern dient der Saugrohrdrucksensor auch zur Überwachung des Ladedrucks. Fällt das Signal aus, kann das Steuergerät den tatsächlichen Druck nicht mehr kontrollieren und begrenzt den Ladedruck zum Schutz des Motors, bis der Fehler behoben ist.