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Schweregrad: Mittel Code-Typ: Generisch (alle Marken)

Fehlercode P0336: Kurbelwellensensor A – Signal außerhalb des Bereichs

Kurbelwellensignal kommt an, passt aber nicht: beschädigtes Geberrad, verrutschter Schwingungsdämpfer, Späne.

Auf einen Blick

Schweregrad: 3/5 – Mittel3/5

Schweregrad: Mittel

Bedeutung
Kurbelwellensensor A – Signal außerhalb des Bereichs
System
Zündung & Aussetzer · Antrieb
Weiterfahren?
Nur mit Vorsicht
Typische Reparaturkosten
40–1.600 €
Selbst machen
Mittel

Das Motorsteuergerät braucht nicht irgendein Kurbelwellensignal, sondern ein ganz bestimmtes Muster. Das Geberrad hat eine feste Zähnezahl mit einer Lücke, zum Beispiel 60 minus 2 Zähne, und diese Lücke dient einmal pro Umdrehung als Bezugsmarke für den oberen Totpunkt. P0336 wird gesetzt, wenn zwar Impulse ankommen, das Muster aber nicht stimmt: zu viele oder zu wenige Zähne zwischen den Lücken, eine wandernde Lücke, zusätzliche Störspitzen oder eine Drehzahl, die im ruhigen Leerlauf um Hunderte Umdrehungen springt. Das unterscheidet den Fehler grundlegend von P0335, bei dem das Signal komplett fehlt. Hier arbeitet der Sensor meist, aber etwas Mechanisches oder eine Störquelle verfälscht, was er sieht. Der Motor läuft in der Regel, das Steuergerät berechnet aber Zündzeitpunkt und Aussetzererkennung falsch und kann im Leerlauf abwürgen, wenn ein Impuls fehlt.

Kann ich weiterfahren? Der Motor läuft meist, kann aber bei fehlerhaftem Kurbelwellenmuster ohne Vorwarnung im Leerlauf oder im Schubbetrieb ausgehen. Steht der Schwingungsdämpfer im Verdacht, kann sich dessen äußerer Ring lösen und den Keilrippenriemen mitnehmen. Bis zur Prüfung nur kurze Strecken und keine Autobahn.

So lesen Sie P0336

So lesen Sie P0336P10233364
  1. P Antrieb
  2. 0 Generisch (SAE/ISO)
  3. 3 Zündung / Aussetzer
  4. 36 Konkreter Fehler

Symptome

  • Drehzahlmesser zittert oder springt im ruhigen Leerlauf
  • Zufällige Aussetzerfehler wie P0300 trotz einwandfreier Zündspulen und Kerzen
  • Motor geht beim Anhalten oder im Schubbetrieb aus
  • Ruckeln oder Stottern unter Last, weil der Zündzeitpunkt falsch berechnet wird
  • Sichtbares Eiern der Riemenscheibe oder neu aufgetretenes Riemenquietschen
  • Motorkontrollleuchte leuchtet, teils flackernd

Mögliche Ursachen

Sortiert nach Häufigkeit als Auslöser dieses Codes (redaktionelle Einschätzung).

  1. Gummi des Schwingungsdämpfers zerstört, äußerer Ring mit Geberrad oder Markierung verdreht oder eiert 24%
  2. Verbogene, abgeplatzte oder fehlende Zähne am Geberrad, am Schwungrad oder an der Mitnehmerscheibe 18%
  3. Metallspäne oder Rost an der Spitze eines Magnetsensors oder zwischen den Zähnen 15%
  4. Falscher Luftspalt: Sensor nicht ganz eingesetzt, Distanzscheibe fehlt oder Nachbausensor mit anderer Spitzenlänge 13%
  5. Induktivgeber liefert schwache, verrauschte Impulse, vor allem bei heißem Motor 12%
  6. Störeinstrahlung durch ein durchgescheuertes Zündkabel oder den Zündspulen-Kabelbaum, Schirmung am Stecker abgerissen 10%
  7. Geberrad-Adaption nach Arbeiten an Sensor, Schwingungsdämpfer oder Motor nicht durchgeführt 8%

Diagnose Schritt für Schritt

Diagnoseablauf: P03361Drehzahl im Diagnosegerät mit derWirklichkeit vergleichen2Schwingungsdämpfer prüfen3Sensor ausbauen und Spitze reinigen4Zähne des Geberrads kontrollieren5Signalmuster mit dem Oszilloskopansehen6Kabelbaum auf Einstreuung prüfen7Geberrad-Adaption durchführen
  1. Drehzahl im Diagnosegerät mit der Wirklichkeit vergleichen

    Lassen Sie den Motor im Leerlauf laufen und beobachten Sie die Drehzahl im Diagnosegerät. Zeigt es bei gleichmäßigem Leerlauf 700, dann 1150, dann 640 innerhalb einer Sekunde, ist das ein Musterfehler und keine echte Drehzahländerung. Notieren Sie auch die Motortemperatur aus dem Umgebungsdatensatz: Ein Dämpfer, der nur warm rutscht, oder ein Sensor, der nur warm rauscht, grenzt die Suche ein.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

  2. Schwingungsdämpfer prüfen

    Beobachten Sie bei laufendem Motor die Riemenscheibe von der Seite: Eiert der äußere Ring? Bei stehendem Motor auf herausgequetschtes Gummi zwischen Nabe und Ring, Risse und die werkseitigen Ausrichtmarkierungen achten. Hat sich die Zündmarkierung gegenüber dem tatsächlichen oberen Totpunkt verschoben, ist der Ring verdreht.

    Werkzeug: Taschenlampe

  3. Sensor ausbauen und Spitze reinigen

    Ein Magnetsensor sammelt Späne von einer verschlissenen Mitnehmerscheibe oder vom Anlasserritzel, und ein Klumpen Späne verschleift die Impulse. Spitze reinigen, dann den Luftspalt mit der Vorgabe vergleichen, oft liegt er zwischen 0,5 und 1,5 mm. Ein nicht ganz eingesetzter Sensor oder eine fehlende Distanzscheibe verdoppelt den Spalt und schwächt das Signal.

    Werkzeug: Taschenlampe, Schraubendreher

  4. Zähne des Geberrads kontrollieren

    Motor mit einer Nuss an der Kurbelwellenschraube von Hand durchdrehen und die Zähne durch die Sensorbohrung zählen, bei Rädern an der Mitnehmerscheibe durch die Anlasseröffnung schauen. Achten Sie auf vom Anlasserritzel plattgedrückte Zähne, einen nach dem Tausch der Mitnehmerscheibe verbogenen Zahn oder Rost, der die Lücken füllt.

    Werkzeug: Taschenlampe, Drehmomentschlüssel

  5. Signalmuster mit dem Oszilloskop ansehen

    Ein Induktivgeber liefert eine saubere Sinuskurve, deren Amplitude mit der Drehzahl steigt, mit einer deutlichen Zahnlücke einmal pro Umdrehung. Ein Hallgeber zeigt ein Rechtecksignal mit einem breiteren Impuls an der Lücke. Zusätzliche Spitzen deuten auf Einstreuung, kurze Einbrüche auf einen beschädigten Zahn, eine wandernde Lücke auf einen verdrehten Ring. Ein Multimeter mit Min/Max-Funktion ist ein grober Ersatz.

    Werkzeug: Multimeter

  6. Kabelbaum auf Einstreuung prüfen

    Verfolgen Sie die Sensorleitung. Läuft sie direkt neben einer Zündspule, einem Zündkabel oder dem Generatorkabel oder ist der Schirmdraht am Stecker abgerissen, kann sich Störspannung einkoppeln. Leitung umlegen oder reparieren und erneut prüfen.

    Werkzeug: Taschenlampe, Zange

  7. Geberrad-Adaption durchführen

    Nach dem Tausch von Sensor, Schwingungsdämpfer oder Mitnehmerscheibe verlangen viele Hersteller eine Adaption des Geberrads mit dem Diagnosegeräts, damit das Steuergerät die tatsächlichen Zahnabstände kennt. Wird sie ausgelassen, kommen P0336 oder Aussetzerfehler an einem eigentlich reparierten Motor wieder.

    Werkzeug: OBD-Diagnosegerät

Wo die Bauteile sitzen

Zündung: Zündspulen und Zündkerzen je Zylinder – P03361234567
Zündung: Zündspulen und Zündkerzen je Zylinder
  1. 1Zündspule
  2. 2Zündkerze
  3. 3Einspritzdüse
  4. 4Nockenwellensensor
  5. 5Kurbelwellensensor
  6. 6Motorsteuergerät
  7. 7Ansaugkrümmer

Reparatur & Kosten

ReparaturSelbst?Geschätzte Kosten
Sensorspitze reinigen, Sensor neu einsetzen und Luftspalt korrigieren Ja 40–120 €
Kurbelwellensensor erneuern Ja 120–300 €
Schwingungsdämpfer erneuern Nein 300–850 €
Mitnehmerscheibe oder Schwungrad mit beschädigtem Geberrad erneuern Nein 600–1.600 €
Geberrad-Adaption in der Werkstatt Nein 40–120 €

Grobe Schätzung für Deutschland inkl. Teile und Arbeitszeit; Stundensätze schwanken regional. Kein Angebot.

Hinweise nach Marke

Volkswagen

Bei VW, Audi, Seat und Škoda gehört nach dem Tausch des Drehzahlgebers G28 oder des Geberrads die Geberrad-Adaption im Motorsteuergerät dazu. Ohne sie bleibt die Aussetzererkennung ungenau und der Fehler kann wiederkommen.

Felddaten

Jeep 5 Grand Cherokee
Kia 3 Forte, Sorento, Soul

Quelle: NHTSA Complaints API (offene Daten der US-Regierung), ausgewertet nach Fehlercode-Nennung. US-Modelle können von deutschen Varianten abweichen.

Auswirkung auf HU/AU

Durchgefallen

Ein gespeicherter P0336 mit leuchtender Motorkontrollleuchte bedeutet Durchfallen bei der AU im Rahmen der HU. Weil die Aussetzererkennung ein sauberes Kurbelwellenmuster braucht, bleiben die Readiness-Tests unter Umständen unvollständig, bis die mechanische Ursache behoben und die Adaption durchgeführt ist.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen P0335 und P0336?

P0335 bedeutet, dass gar kein brauchbares Kurbelwellensignal ankommt, meist wegen eines toten Sensors oder einer gebrochenen Leitung. Bei P0336 kommen Impulse an, aber das Muster passt nicht zur erwarteten Zähnezahl oder Lücke. Damit verschiebt sich der Verdacht vom Sensor hin zu Geberrad, Schwingungsdämpfer, Luftspalt und Einstreuung.

Kann ein defekter Schwingungsdämpfer wirklich diesen Fehler auslösen?

Ja. Bei vielen Motoren sitzt das Geberrad oder die Zündmarkierung auf dem äußeren Ring des Dämpfers, der über eine Gummischicht mit der Nabe verbunden ist. Löst sich das Gummi, verdreht sich der Ring um einige Grad oder eiert, und die Lücke liegt nicht mehr dort, wo das Steuergerät sie erwartet. Eiernde Riemenscheibe und neues Riemenquietschen sind die typischen Hinweise.

Der Kurbelwellensensor ist neu und P0336 kommt wieder. Warum?

Wahrscheinlich war der Sensor nie das Problem. Prüfen Sie das Geberrad auf Schäden, den Luftspalt und ob der neue Sensor dieselbe Spitzenlänge hat wie das Original, suchen Sie Späne an der Spitze und führen Sie die Geberrad-Adaption durch, falls der Hersteller sie vorschreibt.

Warum stehen zusätzlich Aussetzerfehler im Fehlerspeicher?

Die Aussetzererkennung misst winzige Verzögerungen der Kurbelwelle zwischen den Zähnen. Ist ein Zahn verbogen oder das Rad verschmutzt, scheint die Kurbelwelle bei jeder Umdrehung an derselben Stelle langsamer zu werden, was das Steuergerät als Aussetzer eines bestimmten Zylinders wertet. Beheben Sie zuerst den Musterfehler, die Aussetzerfehler verschwinden meist mit.

Kann ich mit verdrehtem Schwingungsdämpfer weiterfahren?

Nein. Ein abgelöster Dämpferring kann nach vorn wandern, den Keilrippenriemen zerstören und Sie ohne Servolenkung, Generator und Wasserpumpe liegen lassen. Lassen Sie ihn zeitnah in der Werkstatt erneuern.

Quellen